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23.10.2009 --> Holger Bär (Union): Wenige der 310 im Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrum am Freitagabend anwesenden Fußballfans hätten nach den Anfangsminuten zwischen Gastgeber Union Sandersdorf und dem Naumburger SV geglaubt, dass dieses Spiel einen torlosen Ausgang nehmen würde. Beide Mannschaften spielten, so es sich ergab, anfänglich völlig ungehemmt und teilweise auch ohne Absicherung nach vorn. Es gab über 90 Minuten reichlich Torraumszenen. Nur wollte eben kein Ball über die jeweilige Torlinie. "Das hätte hier gut und gern 5:2 für den Gastgeber, mit ein bisschen Glück aber auch 1:2 für uns ausgehen können", beschrieb Naumburgs Trainer Manfred Fülle das zuvor Gesehene in der anschließenden Pressekonferenz. In zwei Dingen waren sich alle einig. Es war ein kurzweilig und gutklassiges Verbandsligaspiel in welchem beide Torhüter die beste Figur machten. Jeder Wolfener Zuschauer musste sich fragen, warum sich Grün- Weiß zu Beginn der einstigen Oberligamission von einem Christian Bölke trennte. Dieser steht seit dem in Sandersdorf wie ein Fels hinter einem aggressiven Abwehrbollwerk, griff inklusive Pokal in dreizehn Spielen bislang nur dreimal hinter sich.
Union machte den Kardinalsfehler und markierte das frühe Tor nicht. Musste Nicky Ebert später in der zweiten Halbzeit eigensinnig handeln und den Abschluss suchen, so übersah er beim ersten Sturmlauf in den Strafraum der 05-er den zentral freistehenden Stefan Bebber. Ebert fand seinen Meister in Schlussmann Stefan Leger (7.). In der 21. Minute sprangen alle von den Sitzen. Alexander Meinhardt scheiterte ebenfalls gut postiert an Torwart Leger und Sören Westphal traf den Abpraller nicht voll. Das Tor war leer und sperrangelweit offen. Die Naumburger hingegen hatten in ihrem bekannt gefährlichen schnellen Umkehrspiel auch ihre Chancen. Martin Schneider erwischte eine Kopfballkerze, welche direkt auf seinen Schlappen fiel, nicht richtig (18.) und Florian Stößels Schuss fast vom Anstoßkreis in den Sandersdorfer Nachthimmel fiel im Flutlicht für Bölke schwer zu erkennen direkt auf dessen Querbalken (28.). Zur zweiten Halbzeit ging es erneut mit beiderseitig offenem Visier zur Sache. Meinhardt scheiterte mit der größten Chance zentral frei an Leger (53.) und nach Frank Bergers Flanke per Kopf (68.). Gleiches widerfuhr Bebber, der freistehend nach Eberts Eingabe in die Handschuhe von Leger köpfte (65.) und später unbedrängt über den 05-er Kasten schoss. Doch mindestens ebenso gefährlich präsentierten sich die Gäste im zweiten Abschnitt. Gegen den durchgebrochenen Schneider rettete Bölke einmal mehr reflexartig im Herauslaufen (58.) und kratzte die abgefälschte Bogenlampe des Bad Köseners Marc Eschrich in letztem Einsatz über sein Gehäuse (66.).
"Ich bin zufrieden, zwar nicht mit dem Spielverlauf, aber letztlich mit dem Ausgang". Olaf Schaller registrierte genau wie der Sandersdorfer Anhang, dass dieses Spiel durchaus hätte verloren gehen können. "Wahrscheinlich hätten wir noch zwei, drei Stunden anrennen können. Ein Tor hätten wir heute sicher nicht erzielt". Der Uniontrainer wollte die Geschichte für die Öffentlichkeit noch leicht positiv anfärben. In seinem Inneren jedoch sah es etwas anders aus, was allein der Satz, "das war erneut ein Punkt gegen den Abstieg, nicht mehr und nicht weniger", ausdrückte.
Union: Bölke, Stelzl, Jeckel, Westphal (80. Schneier), Bebber, Meinhardt, Ebert, Trummel, Berger, Kövari (79. Wirsing), Witt (65. Marose)
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